Die Flucht nach vorne

Getreu dem Motto – jetzt erst recht – wurde die Entwicklung des Sportvereins weiter vorangetrieben. Das nicht fußballerische Sportangebot wurde durch eine Kinderturngruppe erweitert, die E-Jugend komplettiert den Jugendfußball. Da die alte Rasenspielfläche ein kontrolliertes Fußballspiel bis zuletzt nicht mehr zugelassen hat, sollte zeitnah ein Kunstrasenplatz gebaut werden. Sicherlich auch wieder ein Kraftakt für den Verein, verbunden mit umfangreichen Eigenleistungen seiner Mitglieder. Viele bauten in wdieser Zeit auf die jüngeren Vereinsmitglieder, die sich bereits mit kleinen Schuhen große Erfolge erspielten, was die Helfer bei der Schaffung der neuen Sportanlage nicht müde werden ließ. Letztendlich wurde der neue Kunstrasenplatz 1988 fertiggestellt.

Sollte sich die kontinuierlich vorangetriebene, intensive Jugendarbeit beim SVV jetzt auszahlen? Die Hoffnung wird verstärkt, als die junge und überaus ehrgeizige Seniorenmannschaft gegen Ende der Achtzigerjahre, unter der sportlichen Leitung von Bernd Stolz, den Platzierungen im unteren Drittel der Tabelle ein Ende setzt. In der Saison 1990/91 wurde unter dem neuen Trainer Peter Stürmer mit dem dritten Tabellenplatz der Aufstieg nur knapp verpasst. Das letztendlich sogar der Aufstieg möglich gewesen wäre, lag wohl in der zwanglos entwickelten fußballerischen Spielfreude und Begeisterung für die mannschaftliche ­Gemeinschaft. 

Unter dem neuen Sportchef Heinz Buchmüller sollte die überaus positive Entwicklung der Seniorenmannschaften zielstrebig vorangetrieben werden. Allerdings hatte sich nun die Ausgangssituation zum neuen Rundenbeginn drastisch verändert – eigent­lich „verschlechtert”. Ausgehend von den zuletzt gezeigten Leistungen wurden die Erwartungen für die neue Spielzeit 1991/92 von allen Beteiligten auf Meisterschaft bzw. Aufstieg hochgeschraubt und setzte unsere noch sehr junge Mannschaft mächtig unter Erfolgsdruck. 

Ungeachtet dieser Ausgangslage dominierten unsere Fußballer die ersten Saisonspiele und gaben den 1. Tabellenplatz erst nach einem schwächeren Spiel gegen den späteren Staffelmeister FV Ettlingenweier ab. Woche für Woche kämpfte man nun um jeden Punkt, um den Anschluss an den Tabellenführer nicht zu verlieren und gleichzeitig den Abstand zu den Verfolgern möglichst komfortabel zu halten. 

Mitte März 1992 orientierte man sich nach der Winterpause in erster Linie am 2. Tabellenplatz, der aus eigener Kraft den Weg über zwei Entscheidungsspiele in die Kreisklasse A offen hielt. Die Verteidigung des Relegations­platzes gelang immer mal wieder etwas ­glücklich, ­immer öfter aber sehr souverän und eindrucksvoll. Welch eine große Erleichterung für Spieler und SVV-Anhänger, als man uns Platz 2 nach dem vorletzten Spieltag nicht mehr streitig machen konnte und somit die letzte Begegnung beim Karlsruher FV 2 nur noch Makulatur war. Und wieder war es müßig, sich nun gewisse Spiele ins Gedächtnis zurückzurufen, um festzustellen, wie oft dieser eine Punkt, der letztendlich zur Meisterschaft gefehlt hat, im Verlauf der Saison unglücklich, unverdient oder gar fahrlässig verspielt wurde. 

Bestimmt hätte man es einfacher haben können, aber die Mannschaft war sportlich und aufgrund ihrer Geschlossenheit so stark, diesen nun fälligen, wenn auch deutlich schwierigeren Umweg zum Saisonziel durchzustehen. Obwohl man das Hinspiel gegen den Türkischen SV auf heimischen Platz am 24. Mai 1992 mit 2:3 verloren hatte, gab man nicht auf, und blickte optimistisch und mit Zuversicht der Revanche entgegen. Fast konnte man behaupten, dieses verlorene Spiel war notwendig und Voraus­setzung für die im zweiten Spiel auf des Gegners Platz gezeigte Leistung. Zum Rückspiel vier Tage später am 28. Mai 1992, pilgern unzählige Schlachtenbummler in die Karlsruher Oststadt. Sie sollten ihre Reise keineswegs bereuen, denn durch Tore von Frank Ochs mit einem wie immer souveränen Elfmeter, Christian Braun per Kopf und schließlich Steffen Ochs mit einem beherzten Sturmlauf, gewinnt der SVV mit 3:1 und schafft so, nur wegen einem Tor Differenz, ein sagenhaftes Comeback und damit den Aufstieg in die Kreisliga A. Trainer Heinz Buchmüller, die Mannschaft, aber auch alle Völkersbacher Sportbegeisterte standen Kopf und so begann die Sause direkt nach dem Schlusspfiff und es folgte im Anschluss ein Triumphzug durch Völkersbach, sowie eine rauschende Siegesfeier am Wasenstadion. Ein besonderer Erfolg des gesamten Vereins und wahrscheinlich ein bis dato noch nie da gewesener Zusammenhalt der Spieler untereinander, zwischen Mannschaft, Trainer und Spielausschuss sowie den tollen Fans. Nicht nur ein beneidenswerter Umstand, sondern vielmehr der Garant des sportlichen Erfolges.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte unseres Vereins war geschafft und der nächste Geniestreich ließ nicht allzu lange auf sich warten.

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Aufstiegsmannschaft 1992