Mitte der 90er und um die Jahrtausendwende

Wir schreiben das Jahr 1996, Deutschland wird in England Fußball-Europameister. Der SV Völkersbach lässt sich nicht lange bitten und steigt im 50. Jubiläumsjahr erstmalig in der Vereinsgeschichte in die damalige Bezirksliga auf. Ein Jahr zuvor wurde außerdem unter der ­Leitung von Peter Sänger eine Hobby-Tischtennis-Gruppe gegründet.

Aber zunächst der Reihe nach. Zu Beginn der Saison 1995/96 wurde mit Herbert Bodemer ein neuer Trainer verpflichtet, der den ausscheidenden Trainer Rudi Axtmann ablöste. Nach einer guten Saisonvorbereitung startete man direkt mit einem 4:2 Heimsieg gegen den SV Spielberg 2 in die Spielrunde. Nach zwei weiteren Siegen gegen den FV Ettlingenweier und am grünen Tisch gegen die Sportfreunde Forchheim 2, kassierte man erst im vierten Saisonspiel eine ärgerliche Niederlage im Lokalderby gegen den TSV Spessart mit 0:2 Toren. Die Mannschaft fing sich jedoch sehr schnell und gestaltete die nächsten vier Partien allesamt siegreich. Erst der spätere Meister Alemannia Rüppurr unterbrach die Siegesserie mit einem 3:5 und baute damit die Spitzenposition in der Staffel aus. Bis zum Ende der Vorrunde gab noch vier weitere Siege gegen den TSV Etzenrot, ASV Ettlingen, SC Wettersbach und VFB Grötzingen 2, eine deutliche Niederlage gegen den damaligen Angstgegner ATSV Mutschelbach und ein wichtiges Unentschieden im Nachholspiel nach der Winterpause gegen den SV Bad Herrenalb im Kampf um Platz 2.
Zur Winterpause bildete sich hinter dem deutlichen Spitzenreiter aus Rüppurr eine Fünfer-Gruppe mit dem SVV, dem ASV Ettlingen, dem SV Bad Herrenalb und den Mannschaften des SV Spielberg 2 und FT Forchheim.

Die Rückrunde begann mit einer Serie von sechs Siegen, ehe ein Unentschieden gegen die SG Stupferich diese beendete. Das Spitzenspiel gegen Rüppurr verlor man ärgerlicherweise mit 1:0. Weitere Siege gegen Spielberg 2 und den TSV Etzenrot festigten jedoch weiterhin Platz 2 und da im weiteren Saisonverlauf die Verfolger Woche für Woche etliche Zähler liegen liesen, konnte der SVV den wichtigen 2. Tabellenplatz mit weiteren Punktgewinnen bis zum Ende der Runde halten. Rückblickend war wohl der 2:1 Sieg beim Angstgegner aus Mutschelbach ausschlaggebend für die konstant starken Leistung zum Ende der zweiten Halbserie. 

Es musste nun wieder einmal die Relegation über den Aufstieg entscheiden und so traf man in zwei Partien auf den Zweitplatzierten aus Staffel 1, den SV Nordwest Karlsruhe. Das Hinspiel am heimischen Wasen gewann man knapp, jedoch keinesfalls unverdient, mit 1:0. Das Tor des Tages erzielte mit Norbert Kaiser einer der besten Spieler an diesem Tag. War am Pfingstmontag noch kaltes und nasses ­Novemberwetter, so strahlte beim Rückspiel in Karlsruhe bei ca. 20 Grad die Sonne. Zahlreiche Freunde und Fans begleiteten die Mannschaft zu diesem schweren Spiel und man sah bereits im Vorfeld die Völkersbacher Überlegenheit bei den zahl­reichen Zuschauern. 

Es entwickelte sich von Beginn an ein kampfbetontes Spiel mit viel Druck durch den SV Nordwest. Der SVV setzte dabei immer wieder Nadelstiche und blieb durch einige schnell gefahren Konter gefährlich. Mit Glück und Geschick, aber vor allem durch einen starken Torhüter Matthias Hofstetter, konnte die Null bis zur Pause ­gehalten werden.
Nach dem Seitenwechsel setzte der SVN seinen Sturmlauf auf das Völkersbacher Tor fort und ging bereits nach zwei gespielten Minuten mit 1:0 in Führung. Der Gesamtstand war somit ausgeglichen und es schien sich ein Nordwestsieg anzubahnen. Der SVV berappelte sich aber recht schnell und schaffte nach genau einer Stunde Spielzeit, durch einen abgefälschten Freistoß von Frank Ochs, den verdienten Ausgleich. Gegen eine völlig konsternierte Nordwest-Mannschaft spielten die Völkersbacher nun großartig auf und schraubten durch zwei Tore von Mirko Neubauer und einem durch Holger Ochs schön vorbereiten Treffer, das Ergebnis auf 4:1 in die Höhe. Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme und die Völkersbacher Fans stürmten mit viel Gebrüll das Spielfeld, um ihre ­erfolgreiche Mannschaft zu feiern. 

Rund 150 Anhänger hatten Bus und Bahn ­gemietet, um bei diesem tollen Ereignis dabei zu sein. Die „Städler” aus Karlsruhe staunten nicht schlecht, welche ausgelassene Freude die Völkersbacher Spieler, Trainer, Offizielle und Fans entwickelten. In der Tat, Worte wie Kameradschaft, Vereinsleben und Miteinander, andernorts nur noch vom Hörensagen bekannt, haben beim SVV Kräfte freigesetzt und Erfolg gebracht.

Abseits des Fußballplatzes wurde Anfang der 2000er am Wasen ein Boule- und Beachvolleyballfeld gebaut. Beide Sportarten erfreuen sich seither einer großen Beliebtheit und werden bis zum heutigen Tag aktiv gespielt. Im Jahr 2004 wurde im Rahmen der Clubhaus-Sanierung unter anderem Dach, Terrasse, Isolierung und Heizung renoviert. Wieder einmal konnte man sich dabei auf zahlreiche Helfer aus den eigenen Reihen verlassen und die Infrastruktur rund um das Vereinsgelände weiter verbessern.

Am 8. Oktober 2004 gelang dann ein echter Meilenstein. Der im Jahre 1988 errichte Kunst­rasen ist nach 16 Jahren Geschichte. Das traditionsreiche Geläuf wich einem zeitgemäßen Rasenplatz, welcher bis heute als eines der besten Spielfelder im gesamten Kreis Karlsruhe gilt. Zur Platzeinweihung waren die Profis des KSC zu Gast und selbst der Dauerregen konnte die ausgelassene Freude an diesem Tag nicht trüben.

Sportlich fand das Kapitel Bezirksliga, am 1. Juni 2007, nach zehn Jahren leider ein Ende. Hatte man ein Jahr zuvor durch ein Tor von Alexander Sponer gegen Berghausen den Abstieg noch in letzter Minute verhindern können, war der SVV in der Saison 2006/07 nicht mehr zu retten und stieg in die A-Klasse ab. Von einigen vor der Saison noch als Wiederaufstiegskandidat gehandelt, fand man sich zu Beginn der neuen Runde direkt wieder dort, wo man die letzte Spielrunde beendet hatte – auf einem Abstiegsplatz. Diesen sollten man bis zum Ende der Saison nicht mehr verlassen. Am 1. Juni 2008 war die 1. Mannschaft dann erstmals seit 16 Jahren wieder B-klassig.

Im Jahre 2009 wurde das sportliche Angebot um ein weiteres Event erweitert –dem Kinder- und Wasenlauf. „Laufen für einen guten Zweck”, das ist von Anfang  an das Ziel des immer in Kombination mit dem Kerwe-Fest im Oktober stattfindenden Ereignisses. Die Initialzündung für den ersten Lauf, welcher seit jeher von einer rührigen Truppe aus sportbegeisterten SVV-lern und auch Helfern außerhalb des Vereins organisiert wird, gab die Sanierung des benachbarten Schöllbronner Freibades. Erster Spenden­empfänger war folglich der im Nachbarort für den Bad-Erhalt gegründete Förderverein. Inzwischen konnte 2019 bereits der zehnte Lauf gefeiert werden. Mit regelmäßig 100 bis 200 Teilnehmern wird besonderer Wert auf familiäre Atmosphäre gelegt. Der Kindergarten und die Grundschule im Ort tragen dazu erheblich bei und sind mittlerweile freundschaftlich verbundene Partner geworden. Der Lauf führt landschaftlich schön durch Wald und Flur über den höchsten Punkt des Albtals beim alten Sportplatz.

Bild
Wasenlauf 2012